Nachtrag

Wirklich interessant, wie viele Menschen mich auf meinen letzten Post angesprochen oder angeschrieben haben. Erstmal freut es mich, wenn ihr Interesse zeigt an dem was ich schreibe, klar. Aber – anscheinend haben mich keineswegs alle richtig verstanden, schade eigentlich. Ich dachte ich hätte „endlich mal” deutlich und nicht durch irgendwelche Metaphern und Blumen geschrieben.

Gut, dann gibt es hier also einen Nachtrag zu dem Post.

1. Mir geht es gut, Danke.

2. Es ist meine Meinung über die ich hier schreibe, mein Eindruck. Gemischt mit den Erkenntnissen aus einem Bericht, ich denke das habe ich deutlich gesagt – wieso kritisiert man daran rum? Das tue ich doch auch in keinster Weise.

3. Ich habe mich durchaus „schlau” gemacht, bevor ich das geschrieben habe was hier nun steht. Ich habe erstens den Artikel gelesen, welcher den Auslöser bot und des Weiteren macht sich jeder Mensch seine eigenen Gedanken zum Thema – oder es wäre schön wenn es jeder tut.
Ich habe mich bereits mit einigen Menschen unterhalten, die betroffen sind von Depressionen. Die darüber nachdenken oder dachten, sich das Leben zu nehmen. Nicht alle haben so offen über den Kern des Problems geredet, bei einigen konnte man es nur erahnen, vermuten, dass eine tiefe, psychische Verletzung für die Gedanken verantwortlich ist. Dass da etwas in ihnen lauert, was das Leben schwer und dunkel macht.
Warum sollte die Meinung dieser Menschen, nur weil sie vielleicht nicht gleich mit dem Zaunpfahl winken, mir einen schlechteren Eindruck von der Materie geben, als jemand der jeden Tag über sein Elend schreibt? Ich finde es schwer mit Menschen umzugehen, die offen und scheinbar gerne leiden. Weil es häufig so überzogen und theatralisch, sarkastisch übertraurig wirkt. Das kann sehr schwer sein. Aber auch damit kann man umgehen!
Und sicherlich ist das eine Form der Depression, aber was ich meine ist, das ist nicht die Form die ich kennengelernt habe. Ich kenne eher diese stille, schwelende Form, diese die unerkannt bleiben will und die für Rückzug und viel Traurigkeit sorgt. Eine Belastung, die sich auf andere Menschen auszuweiten beginnt. In meinen Augen sind die anderen Menschen, die die „gerne“ leiden, auf einem anderen Weg. Sie sind ebenso krank, das will ich niemandem „absprechen“, aber sie haben eventuell, und vielleicht täusche ich mich hier, einen Schritt gemacht, den die anderen noch nicht geschafft haben. Sie sind sich ihrer Probleme bewusst und sie gehen auf eine bestimmte Art damit um. Sie konfrontieren sich, und meist auch ihre Mitmenschen, nahezu tagtäglich mit ihrem Problem, sie verschweigen es nicht. Das ist doch genau das, was ich mir gedacht habe. Es ist wichtig, darüber zu reden. Sicher wäre es für Beteiligte leichter, wenn die Betroffenen heiterer wären und ja, es ist anstrengend mit jemandem zu reden, der stets das schlechte in den Dingen sucht, aber wenn es hilft? Ist doch spitze. Dann macht so weiter, ehrlich – besser, als sich einsam irgendwo zu verkriechen. Vielleicht kommt man von da aus weiter.
Aber eben weil diese Menschen schon reden richten sich meine Worte eher an die anderen, eher an eine andere „Form“.
Nein, natürlich habe ich keine eigenen Erfahrungen mit der Depression. Nein, ich selber bin nicht krank. Aber muss ich das denn? Das wäre ja verrückt. Es hat ja auch nicht jeder Therapeut die Probleme seines Patienten. Und wie absurd ist es bitte mir vorzuwerfen ich wüsste nicht genug über dies Thema? Ich versuche es zumindest und rede offen darüber. Sage, dass ich bereit bin mich hier auf Unterhaltungen einzulassen. Zuzuhören. Da sollte man doch froh drüber sein, oder nicht? Oder begehe ich hiermit einen Fehler?
Ich denke nicht. Und ich mache so weiter. Ich bleibe bei meiner Meinung und mache so weiter. Ich rede von Offenheit, dann lasst mich auch offen sein. Ich greife hier doch niemanden an – oder?
Ich glaube nicht. Im Grunde haben mich einige auch richtig verstanden, nur ein paar vielleicht nicht. Vielleicht weil sie sich ertappt gefühlt haben. In welcher Weise auch immer.

Das ist mir auch gar nicht wichtig zu ergründen. Ich wollte sagen, dass ich weiterhin so denke wie vor ein paar Wochen und, dass ich hoffe vielleicht auf längere Sicht ein paar Menschen damit positiv erreicht habe. Das würde mich sehr freuen.

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Ein Kommentar zu Nachtrag

  1. Ben sagt:

    Leider ist es nur all zu verbreitet Probleme lieber totschweigen zu wollen als sich mit diesen zu konfrontieren. Klar, wenn man ständig nur am Negativen hängt dann ist das eine Qual und kann zu totalem Stillstand führen bzw. zu einem recht endgültigen Ende mit großem Schrecken insbesondere für andere. Daher ist es empfehlenswert für sich halt auch genügend Freiraum zu gewinnen die schönen Seiten des Lebens sehen und genießen zu können, auch wenn es gerade nicht so gut läuft. Aber mindestens genauso problematisch wie das ständige Hängen am Negativen ist eben, wie du es richtig bemerkst, auch die ständige Flucht vor diesem. Yin und Yang hat schon seinen Sinn. Wer ständig vor Problemen weg läuft und/oder sie zu überspielen versucht, der arbeitet halt auch nicht an ihrer Lösung und lässt sie u.U. sogar noch immer mehr wachsen bis sie einen eventuell irgendwann überlasten und es ebenso zu einem recht schrecklichen Ergebnis kommen kann. Daher kann ich es auch nicht verstehen, wenn Leute meinen, dass man über diese Problematik nicht reden sollte. Lass dich da bitte nicht klein kriegen. Wir sind uns zwar auch nicht immer einig und haben uns auch schon ein paar mal gestritten. Aber mir sind Menschen die mir ehrlich ihre Meinung sagen wesentlich lieber als welche die mir was vor machen.

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